nach Frank Wedekind
in einer Fassung von Daniel Wahl und dem Ensemble
Ein generationsübergreifendes Theaterprojekt. Es spielen junge und alte Menschen aus Hamburg.
Ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und WERTE ERLEBEN e.V.
Regie
Daniel Wahl | Bühne und Kostüme
Viva Schudt | Musik
Raimund Groß | Licht
Kevin Sock | Dramaturgie
Steffen Sünkel | Theaterpädagogik
Constance Cauers | Es spielen
Jacqueline Sassmannshausen, Walther Schmidt-Rhen, Theresa Schulte, Florens Schwartz, Lukas Sperber, Viet Thanh Tran, Koray Ünsal, Dieter Wulf, Maren v. Westernhagen, Wanda Wulze,
Jannis Augustin, Otto Eberle, Kenny Elhor, Sascha Gedack, Lena Graf, Mico Kaletta, Ulla Koeppen, Trauti Köhn, Sophia König, Hans Krumnow, Bernhold Masseida, Hertha Metzel, Mechthild Modersohn, Laeticia Nollmann, Günter Reimers, Yannick Reimers | Teilnehmende Schulen
Albert Schweitzer Gymnasium, Gesamtschule Walddörfer, Gymnasium Allermöhe, Gymnasium Dörpsweg, Gymnasium Oberalster, Gymnasium Ohlstedt, Julius-Leber-Gesamtschule, Rudolf-Steiner-Schule Bergstedt, Sophie-Barat-Schule, Stadtteilschule Richard-Linde-Weg,
Staatliche Gewerbeschule Energietechnik G 10
»Du lernst mich nicht kennen, ohne dich mir anzuvertrauen.«
DER VERMUMMTE HERR
Der junge Melchior hat sich entschieden. Er will sich das Leben nehmen. Nach dem Tod von Wendla und dem Suizid seines Freundes Moritz ist er verzweifelt und fühlt sich schuldig, ohne Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft. Auf dem Friedhof erscheint ihm die Gestalt von Moritz, den Kopf unter den Arm geklemmt. Er möchte Melchior von der Erbärmlichkeit des irdischen Daseins überzeugen. Einem vermummten Herrn, vielleicht ist er die Inkarnation des unzerstörbaren Lebens, gelingt es, Melchior von seinem Plan abzuhalten, er konfrontiert ihn jedoch gleichzeitig mit der Ungewissheit des Lebens. Frank Wedekind zeichnet traurige, düstere, einsame und haltlose Jugendliche. Sie wollen das Leben kennenlernen, scheitern mit ihren Versuchen allerdings auf tragische Art und Weise. Gefangen zwischen schulischem Leistungsdruck und den veralteten Lebensvorstellungen der autoritären Erwachsenen, fühlen sich die Jugendlichen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden alleingelassen und verloren. Die Erwachsenen in »Frühlings Erwachen« entziehen sich ihrer Verantwortung für die sexuelle Aufklärung ihrer Kinder und leisten keinen Beistand bei ihrer Entwicklung. Die Jugendlichen bleiben als verlorene Seelen zurück. In der Zeit Frank Wedekinds resultierte die subversive Sprengkraft von Sexualität sicherlich aus ihrer Unterdrückung. Heute wachsen Jugendliche in einer scheinbar aufgeklärten, übersexualisierten Gesellschaft auf. Die Fragen bleiben dennoch die gleichen: Was ist Liebe? Was ist Leben? Was passiert mit meiner Seele und mit meinem Körper? Wie gehe ich mit meiner Sexualität um? Gibt es eine Zukunft für mich? Frank Wedekind stellte »Frühlings Erwachen« 1891 fertig. »Fast jede Szene entspricht einem wirklichen Vorgang«, so Wedekind. Und heute? Welche Muster wiederholen sich, welche sind längst überwunden? Daniel Wahl erzählt »Frühlings Erwachen« mit 16 jungen Menschen zwischen 14 und 19 Jahren und 16 älteren Menschen ab 65 Jahren. Die Generationen treten in einen Dialog über ihre persönlichen Lebens- und Liebeserfahrungen, ihre Wünsche, Ängste und Erwartungen an die jeweils andere Generation. Nach »Herr der Fliegen« und »Ein Sommernachtstraum« ist »Frühlings Erwachen« bereits die dritte Produktion in Zusammenarbeit mit Werte erleben e.V.
Du lernst mich nicht kennen,
ohne Dich mir anzuvertrauen
Der Regisseur Daniel Wahl über seine Inszenierung. Das Interview führte der Dramaturg Steffen Sünkel.
Hier können Sie sich das Gespräch als PDF-Datei herunterladen.
Premiere am 29. August 2010 im Schauspielhaus